FalscheTasteLiest man nur das eine Wort, kann einem vieles in den Sinn kommen. Zum Beispiel der Prokurist Peter Pauluke, der immer pünktlich war und seine Arbeit vor alles gestellt hat. Eines Tages warf er fünf Euro in einen Spielautomaten, einen einarmigen Banditen, und er gewann. Wenigstens am ersten Abend. In den folgenden Wochen drehte sich das Blatt doch Peter konnte mit dem Spielen nicht mehr aufhören. Immer mehr Geld verschwand in dem Schlitz des Glückspielautomaten.  Als er das erste Mal in die Kasse des Unternehmens griff hatte er noch ein schlechtes Gewissen, doch das änderte sich schnell. Irgendwann kam man ihm auf die Schliche und ihm wurde gekündigt. Seiner Familie sagte er nichts. Jeden Morgen ging er aus dem Haus und tat so, als würde er noch an die Arbeit fahren. Er ging aber in die Spielothek. Zuerst war er noch standhaft, doch irgendwann fing er an Bier und Schnaps beim Spielen zu trinken. Innerhalb weniger Monate war Peter abgerutscht.

Vor einigen Tagen regte ich mich ja hier schon mal über einige Dinge auf die ich nicht nachvollziehen kann. Das waren aber bei weitem noch nicht alle und hier kommt quasi die Fortsetzung.

Warum zahlt jemand für ein Fitnessstudio-Abo, fährt aber mit dem Aufzug in den dritten Stock?

Da gibt es doch tatsächlich Leute, die zahlen monatlich 40€ und mehr für ein Abo im Fitnessstudio und nehmen dann den Aufzug in den dritten Stock oder auch für die kleinsten Strecken das Auto. In meinem Alltag kommt, wenn ich mich nicht bemühe, die Bewegung viel zu kurz. Ich habe kein Abo im Studio und nutze daher jede Gelegenheit mich zu bewegen. Dazu gehört etwa alle zwei Stunden auch die kurze Runde um den Block. So auch neulich als ich auf dem Rückweg an einem weltweit bekannten Schnellrestaurant  vorbei komme. Das befindet sich etwa 200 m von unserem Firmenparkplatz entfernt. Plötzlich hält ein Kollege neben  mir, er kam vom Fastfoodladen, und fragte, ob er mich mitnehmen soll.

Gerade bekomme ich einen Anruf von einem Kunden: „Ich gehe davon aus, die Mail war an mich adressiert? Sie haben Hallo Herr Kraft geschrieben…“ Und tatsächlich habe ich die letzte Mail an den Kunden mit: „Hallo Herr Kraft“ statt mit „Hallo Herr Kunde“ begonnen. Das ist ja schon ein bisschen peinlich, aber immerhin hatte er Verständnis.

Kraft

Das erinnert mich an eine Begebenheit vor einigen Jahren: die Telefonkonferenz.

Warum schaut der junge Familienvater und Nochstudent auf der Dienstreise abends im Hotel Serien statt sich der Fertigstellung seiner Bachelorarbeit zu widmen?

Er ist in Verzug geraten nicht Tage oder Wochen, nein inzwischen sind es schon Monate. Und immer wenn ich nachfrage kommen andere Ausreden oder es werden andere Gründe genannt. Inzwischen muss das Neugeborene herhalten. Umso erstaunter war ich jetzt auf einer gemeinsamen Dienstreise als er mir erzählte, er habe gestern im Hotel angefangen neue Serien bzw. Staffeln zu schauen – möglich, weil das Hotel-WLAN jetzt schneller sei. Da stelle ich mir schon die Frage, warum er die Ruhe vor dem Kind und das schnelle Internet nicht dazu nutzt, seine Bachelorarbeit voranzutreiben. Doch das Schauen von Serien hat System und ihm scheint gar nicht bewusst zu sein, wieviel Zeit ihn das Kostet. Auf dem gesamten Heimweg, mit dem Auto, schaut er sich weitere Folgen auf dem Handy an. Er steigt nicht mal bei einer Tank- und einer weiteren Toilettenpause aus.

Versteht mich nicht falsch, Serien haben einen gewissen Reiz und ich kann auch nachvollziehen, dass man wissen will, wie es weitergeht. Aber heutzutage ist man durch Streamingangebote ja nicht mehr darauf angewiesen, zu einem festen Zeitpunkt vor dem Fernsehapparat zu sitzen. Man kann schauen wann und wo man will. Aber der Grundsatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ scheint heute nicht mehr zu gelten.

Wer hier mitliest hat sicher bemerkt, dass seit einigen Wochen beim Freitagsfüllet immer mal wieder ein Hinweis auf die Renovierung des Flurs und des Treppenhauses enthalten sind. Leider geht es hier nur schleppend voran. Aber der Urlaub an einem Brückentag machte es am Montag möglich und wir haben die Arbeiten mal wieder etwas voran gebracht:

  • Die Wand um die Feuerstelle im Flur wurde geklinkert
  • Weitere Wandflächen von Tapete befreit
  • Wandflächen von Makulaturresten befreit

Geklinkert