SchraubeLocker

Im Herbst 2016 fand ich auf der Straße einen Radbolzen – das brachte mich zur folgenden Betrachtung: Bolzen gerissen.  Bei einer meiner aktiven Pausen von der Bildschirmarbeit sah ich dann gestern, beim Überqueren einer Straße, eine Schraube mitten auf der Straße liegen. „Die hebst du besser mal auf“, dachte ich mir, „nicht, dass ich die heute Abend im Reifen stecken habe“. Also eingepackt und mitgenommen. Jetzt steht sie hier an der Arbeit neben dem Bolzen. Wie zwei bekannte Komiker stehen sie da nebeneinander und irgendwie passt es ja auch: „Eine Schraube locker“.

Das bringt mich (mal wieder) zum Verhalten so mancher Mitmenschen.

Letzte Woche hatte ich mir eine Cola gegönnt und wollte die leere Flasche wieder in den Kasten zurückstellen. Ich mache also den Schrank auf. Die Kiste ist voll mit leeren Flaschen. Oben drauf, davor und daneben stapeln sich weitere leere Flaschen. Im „Lager“ steht eine halbvolle Kiste - hier wäre Platz für die leeren Flaschen gewesen. Aber jemand fand es wohl einfacher sie einfach noch davor zu stellen, es wird schon einer hinter mir aufräumen.

Auch toll ist die Unart eines Kollegen den Löffel, mit dem er seinen Kaffee umrührt, immer schön abzuschlecken und dann in die Tasse, die das Spülwasser des Automaten auffangen soll, zu stellen. Gut, das Wasser trinkt (hoffentlich) niemand aber etwa eklig finde ich es schon und ist es wirklich zu viel verlangt, den Löffel in den Geschirrspüler zu räumen? Das erinnert mich irgendwie ein bisschen an die Leute, die sich Erdnüsse mit einem Löffel direkt in den Mund schütten statt in die Hand oder die beim Trinken aus dem Wasserhahn den Mund um den Wasserauslass stülpen – bäh.

Von meiner Beobachtung, dass die Höflichkeit langsam den Bach runtergeht habe ich hier ja auch schon mehrfach berichtet. Besonders aufgefallen ist es mir am vergangenen Wochenende mal wieder, als wir vom Sportverein einen Thekendienst auf einer Feier übernahmen. Wir stehen Dienstbereit  hinter der Theke. Einige der Veranstalter gehen mehrmals hinter der Theke auf und ab – ein Wort des Grußes ist nicht zu vernehmen. Leider kein Einzelfall mehr. Man muss sich nicht jedes Mal um den Hals fallen oder die Hand geben. Aber ein lautes und deutliches „Hallo“ dürfte doch eigentlich nicht zu viel verlangt sein.

 

Und dann ist da noch der Verfasser einer Mail bei der man sich fragt, ob er in den vergangenen Wochen und Monaten tatsächlich an unserem Projekt teilgenommen hat. Erstmal einen möglichst großen Verteiler wählen, dann Dinge aufschreiben, die allgemein bekannt sind und so tun als wüsste man von nichts, damit man in einem besseren Licht da steht als die anderen – das ist leider gar nicht meins und es verdirbt jedenfalls die Stimmung. Es ist schon interessant, was einem alles einfällt, nur weil man eine Schraube auf der Straße findet. Bin gespannt, ob ich noch mehr Eisenteile finde und was mir dazu dann einfällt.